Gold überholt US-Anleihen als größtes Reserveaktivum der Zentralbanken
Zuletzt geschah das 1996. Laut einem aktuellen Bericht der Europäischen Zentralbank machte Gold Ende 2025 bereits 27 % der Reserven der Zentralbanken weltweit aus, während US-Staatsanleihen auf 22 % fielen. Gold ist damit offiziell zum größten Reserveaktivum der Welt geworden – was steckt dahinter und was bedeutet das für den Goldpreis?
27 % gegenüber 22 % – eine Verschiebung wie zuletzt in den 1990er-Jahren
Laut dem EZB-Bericht hat sich die Zusammensetzung der Reserveaktiva der Zentralbanken im letzten Jahr deutlich verändert:
| Reserveaktivum | Ende 2024 | Ende 2025 |
|---|---|---|
| Gold | 20 % | 27 % |
| US-Staatsanleihen | 25 % | 22 % |
Gold hat damit erstmals seit 1996 US-Anleihen als wichtigsten Bestandteil der weltweiten Währungsreserven überholt. EZB-Präsidentin Christine Lagarde bringt diese Verschiebung vor allem mit anhaltenden geopolitischen Spannungen in der Welt in Verbindung.
Warum Zentralbanken Gold „risikofreien“ Schulden vorziehen
Gold selbst erwirtschaftet weder Zinsen noch Cashflow – anders als Staatsanleihen. Trotzdem kaufen Zentralbanken es seit Langem zu: 2025 beliefen sich die Nettokäufe auf 850 Tonnen, nach drei Jahren mit jährlichen Käufen von über 1 000 Tonnen. Laut einer Umfrage unter Reserveverwaltern erwarten zudem 89 % von ihnen, dass die weltweiten Goldreserven auch in den folgenden 12 Monaten weiter wachsen. Die Hauptgründe – Diversifizierung weg vom Dollar, Schutz vor geopolitischen Risiken und die langfristige Funktion von Gold als Wertspeicher – erläutern wir ausführlich im Artikel Warum Zentralbanken Gold kaufen.
Was die Verschiebung der Reserven für den Goldpreis bedeutet
Die Nachfrage der Zentralbanken gehört langfristig zu den Hauptfaktoren, die den Goldpreis nach oben ziehen – die Rekordkäufe der letzten Jahre haben den Goldpreis deutlich nach oben getrieben. Einen genaueren Blick darauf, wohin sich der Preis laut Analysten weiter entwickeln könnte, finden Sie im Artikel Zentralbanken kauften im 2. Quartal 289 Tonnen Gold.
Was Sie als Privatanleger daraus mitnehmen sollten
Wenn Institutionen, deren Aufgabe es ist, Reserven so umsichtig wie möglich zu verwalten, Gold „sicheren“ Staatsschulden vorziehen, ist das ein starkes Signal über das Vertrauen in das heutige Währungssystem. Physisches Gold muss dabei kein Thema nur für Zentralbanken sein – auch Privatanleger können sich Goldbarren oder Goldmünzen zulegen und nach einer ähnlichen Logik wie Zentralbanken eine eigene Reserve aufbauen.
Häufig gestellte Fragen
Wie viel Prozent der Zentralbankreserven macht Gold jetzt aus?
Laut EZB-Bericht machte Gold Ende 2025 bereits 27 % der weltweiten Zentralbankreserven aus, während US-Staatsanleihen auf 22 % fielen.
Wann hielten Zentralbanken zuletzt mehr Gold als Anleihen?
Eine ähnliche Situation gab es zuletzt 1996 – seitdem überstiegen US-Anleihen in den Reserven das Gold.
Wie viel Gold kauften die Zentralbanken 2025?
Die Nettokäufe der Zentralbanken erreichten 2025 insgesamt 850 Tonnen, nach drei Vorjahren mit jährlichen Käufen von über 1 000 Tonnen.
Die Angaben stammen aus öffentlich zugänglichen Quellen (Bericht der Europäischen Zentralbank, World Gold Council) und sind keine Garantie für die künftige Entwicklung.
Über den Autor
HEFFO, Blogger bei GOLDU, sieht alles im Zusammenhang. Aus einem Berg weltweiter Zahlen und Nachrichten fischt er das Wesentliche heraus und liefert eine Schlussfolgerung, mit der Sie nicht gerechnet hätten. Die Präzision seiner Schlüsse und seine Liebe zur Schokolade verraten, dass er seit Langem in der Schweiz lebt.



