Geld ist ein Tauschmittel, kein Wertspeicher
Nehmen Sie einen Geldschein aus Ihrem Portemonnaie. Damit bezahlen Sie problemlos im Geschäft, an der Tankstelle oder im Restaurant – als Tauschmittel funktioniert Geld einwandfrei. Doch legen Sie denselben Schein zehn, zwanzig Jahre in eine Schublade und vergleichen Sie, wie viel Sie sich dann davon tatsächlich kaufen können. Genau darin liegt der Kern des Problems: Geld ist ein hervorragendes Tauschmittel, aber ein miserabler Wertspeicher. Deshalb hielten Menschen über Jahrtausende neben Geld auch physisches Gold – ein Vermögenswert, der diese zweite Funktion deutlich zuverlässiger erfüllt.
Die drei Funktionen des Geldes
| Funktion | Was sie bedeutet | Erfüllt sie Fiat-Geld (Krone/Euro/Dollar)? |
|---|---|---|
| Tauschmittel | Ermöglicht einfaches Bezahlen von Waren und Dienstleistungen | Ja, sehr gut |
| Recheneinheit | Dient zur Festlegung und zum Vergleich von Preisen | Ja, sehr gut |
| Wertspeicher | Bewahrt die Kaufkraft über die Zeit | Langfristig nicht – Inflation zehrt den Wert auf |
Tauschmittel: das kann Geld hervorragend
Die ökonomische Theorie definiert Geld traditionell über drei Funktionen: Es ist Tauschmittel, Recheneinheit und Wertspeicher. Bei zwei dieser Funktionen funktionieren Fiat-Währungen – also Geld ohne Deckung durch ein Edelmetall, wie Krone, Euro oder Dollar – praktisch einwandfrei. Der Staat gibt sie als gesetzliches Zahlungsmittel aus, Banken verrechnen sie in Echtzeit, und die gesamte Wirtschaft nutzt sie als gemeinsame Sprache zum Vergleichen von Preisen. Niemand bezweifelt, dass man mit einem Geldschein oder einer Karte bezahlen kann.
Wertspeicher: hier versagt Geld
Die dritte Funktion ist eine andere Geschichte. Zentralbanken können Fiat-Geld praktisch grenzenlos drucken, und je mehr davon im Umlauf ist, desto weniger können Sie sich für denselben Betrag kaufen. Ein tschechisches Beispiel veranschaulicht das: Eine 1.000-Kronen-Note aus dem Jahr 1993 hat heute eine reale Kaufkraft von nur noch 281 Kronen, wie unser Artikel Wie die Inflation die Krone seit 1993 entwertet hat beschreibt. Auf dem Giro- oder Sparkonto schrumpft der Kontostand laut Auszug nicht, doch die reale Kaufkraft löst sich auf – diesem Phänomen und konkreten Zahlen widmet sich ausführlich der Artikel Gold vs. Sparkonto: der Vergleich.
Warum das so ist: Geld ohne Deckung
Bis 1971 war der Dollar (und mit ihm indirekt auch andere Weltwährungen) durch Gold gedeckt – die im Umlauf befindliche Geldmenge hatte dadurch eine natürliche Obergrenze, die durch die Goldbestände vorgegeben war. Nach dem Ende dieser Bindung, dem sogenannten Nixon-Schock, hängt die Geldmenge in der Wirtschaft rein von den Entscheidungen der Zentralbanken und Regierungen ab. Mehr zu diesem Wendepunkt und seinen Folgen finden Sie im Artikel Der Goldstandard: warum die Welt ihn aufgab. Ohne feste Bindung an eine begrenzte Ressource kann sich das Geldangebot schneller ausdehnen als die reale Wirtschaft – und genau das ist der Mechanismus, der die Funktion des Wertspeichers untergräbt.
Gold: ein Vermögenswert, der seinen Wert bewahrt
Gold hingegen funktioniert seit Jahrtausenden als Wertspeicher, dank Eigenschaften, die kein gedruckter Geldschein besitzt: Es ist physisch knapp, der Abbau einer neuen Unze dauert Jahre, das Metall unterliegt keinem Verfall, und seine Menge kann keine Zentralbank per Beschluss verdoppeln. Deshalb verhält sich die langfristige Kaufkraft von Gold historisch anders als die von Papiergeld – näher erläutert im Artikel Gold und Inflation: Schutz der Ersparnisse. Als Mittel für den alltäglichen Zahlungsverkehr wird Gold heute nicht mehr genutzt – dafür bleibt Geld deutlich praktischer –, doch als Ergänzung zur Wertbewahrung von Ersparnissen über die Zeit erfüllt es seine Rolle zuverlässiger.
Was das für Ihre Ersparnisse bedeutet
Die praktische Schlussfolgerung lautet nicht „hören Sie auf, Geld zu benutzen", sondern die Rollen zu trennen: Geld auf dem Girokonto dient dem Bezahlen und als kurzfristige Reserve, während der Teil der Ersparnisse, der der langfristigen Wertbewahrung dienen soll, sinnvoll durch einen Vermögenswert ergänzt werden kann, der Inflation historisch besser standhält. Eine Orientierung für den Anteil im Portfolio bietet der Artikel Wie viel Gold sollte im Portfolio sein? Bei GOLDU können Sie zum Beispiel mit einem kleinen 1g Goldbarren Argor-Heraeus, einem beliebten 1g Goldbarren PAMP Fortuna oder der Anlagemünze 1 Oz Wiener Philharmoniker beginnen. Ergänzen lässt sich ein Portfolio auch mit Anlagesilber.
Häufig gestellte Fragen
Heißt das, ich sollte kein Geld auf dem Konto haben?
Nein. Geld auf dem Konto ist unersetzlich für Zahlungen und als kurzfristige Liquiditätsreserve. Problematisch wird es, wenn darin auch langfristige Ersparnisse zur Wertbewahrung gehalten werden.
Warum funktioniert Gold nicht als alltägliches Tauschmittel?
Heute wird damit praktisch nicht mehr bezahlt – dafür ist Geld deutlich praktischer. Gold erfüllt eine andere Funktion: die Wertbewahrung über einen längeren Zeithorizont.
Wie schnell verliert Geld tatsächlich an Wert?
Das hängt von der Inflationsrate im jeweiligen Land und Zeitraum ab. Ein konkretes Beispiel zur Entwicklung der Krone seit 1993 finden Sie im Artikel zur Geldentwertung.
Ist dieses Prinzip allgemein anerkannt, oder nur eine Meinung von Goldanlegern?
Die Unterscheidung der Geldfunktionen (Tauschmittel, Recheneinheit, Wertspeicher) ist fester Bestandteil der Wirtschaftstheorie. Wie gut Fiat-Währungen die Rolle des Wertspeichers in Zeiten hoher Inflation erfüllen, ist Gegenstand einer breiteren wirtschaftlichen Debatte.
Hinweis
Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf eines Vermögenswerts dar. Weitere Informationen finden Sie auf der Seite Risikohinweis und Art der bereitgestellten Informationen.



